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Vom Diplom-Ökonomen zum Sachbuchautor – Warum es nie zu spät ist, das eigene Lebenswerk zu schreiben

Autorenbild: Franz Wegener
Franz Wegener
5. Sept.
5 Min. Lesezeit

Mut zum Neuanfang mit 62: Warum jetzt die beste Zeit ist

Mit 62 Jahren stellen sich viele Menschen die Frage, wie die verbleibenden Kapitel des Lebens aussehen sollen. Man blickt auf Jahrzehnte im Beruf zurück, hat manche Klippen umschifft, viel zu viele Kompromisse geschlossen und unzählige Erfahrungen gesammelt. Für viele beginnt hier die gedankliche Vorbereitung auf den Ruhestand. Für mich fühlte es sich ganz anders an: Es war der Punkt, an dem ich spürte, dass mein eigentlich wichtigstes Kapitel noch ungeschrieben war.


Ich habe mich entschieden, noch einmal voll durchzustarten – nicht als Rädchen in einem fremden Getriebe, sondern als unabhängiger Publizist und autarker Sachbuchautor.


Warum ausgerechnet jetzt? Weil die späten Jahre eine ganz besondere Freiheit mit sich bringen. Mit 62 Jahren muss man niemanden mehr etwas beweisen. Ich muss keine Karriereleiter mehr erklimmen, keine Vorgesetzten mehr milde stimmen und mich nicht mehr in vorgefertigte Schablonen pressen lassen. Was ich stattdessen besitze, ist unbezahlbar: ein lebenslang geschärfter Blick für Zusammenhänge, tiefes Fachwissen, emotionale Gelassenheit und die nötige Unabhängigkeit, um die Dinge genau so beim Namen zu nennen, wie ich sie sehe.


Die sprachlichen Wurzeln und der lange Weg zur eigenen Stimme

Die Freude am Geschriebenen begleitete mich im Grunde schon immer. Bereits in meiner Schulzeit – beim Deutsch-Abitur – war ich dafür bekannt, nicht nur ausdauernd und viel zu schreiben, sondern vor allem ungewöhnliche Thesen aufzustellen und ganz eigene Interpretationen zu wagen. Mich faszinierte es, Gedankengänge abseits der ausgetretenen Pfade zu entwickeln.


Als ich später Volkswirtschaftslehre studierte und meine Diplomarbeit schrieb, erlebte ich zum ersten Mal die intellektuelle Faszination einer echten wissenschaftlichen Vertiefung. Mein Thema lautete damals „Möglichkeiten und Grenzen der strategischen Planung im Bereich Forschung und Entwicklung“. Es war eine Offenbarung: Ein Thema nicht nur an der Oberfläche zu streifen oder journalistisch aufzubereiten, sondern es in seinen Grundfesten systematisch zu durchdringen. Es fühlte sich an wie das Schreiben meines ersten kleinen Buches.


Doch die berufliche Praxis im Anschluss zeichnete oft ein ganz anderes Bild.

Über viele Jahre arbeitete ich im Beruf unter anderem als Redenschreiber. Es war eine eigentümliche Erfahrung: Ich feilte an Formulierungen, baute Argumentationsketten auf und schrieb die Reden – doch den Applaus auf der Bühne kassierte naturgemäß mein Chef. Das war auf Dauer zutiefst unbefriedigend. Noch schwerer wog jedoch der ständige Anpassungsdruck. Um den Vorgaben von Arbeitgebern und Institutionen gerecht zu werden, musste ich meine eigenen Texte immer wieder glattbügeln, entschärfen und anpassen. Bei aller fachlichen Qualität, die ich lieferte, ging mir dabei das Wichtigste verloren: die eigene Authentizität.


Ein Lichtblick in diesem Gefüge war zwar meine Zeit als Redaktionsleiter eines Fachmagazins. Hier konnte ich zumindest frei entscheiden, welche Themen auf den Tisch kamen und welche Debatten geführt werden mussten. Doch der Wunsch, eines Tages völlig frei und unzensiert meine eigenen Bücher zu schreiben, blieb im Hinterkopf wie ein leises, aber stetiges Hintergrundrauschen.


„Machtinstrument Zoll“: Wenn die Weltpolitik nach tieferer Analyse verlangt

Jahre später war dieses Rauschen nicht mehr zu ignorieren. Die Welt veränderte sich spürbar, und ein Thema dominiert seit über einer Dekade immer wieder die Schlagzeilen: die globale Zollpolitik – allen voran getrieben durch das politische Agieren von Donald Trump.


Wo immer man hinschaute oder hinlas, wurde das Thema emotional aufgeheizt, vereinfacht oder in täglichen Talkshows stückweise abgehandelt. Doch Zölle sind weit mehr als kurzfristige Drohmittel auf Social Media; sie sind komplexe, historisch gewachsene wirtschaftspolitische Steuerungsinstrumente.


Mich packte wieder genau derselbe Drang, den ich damals bei meiner Diplomarbeit gespürt hatte: Ich wollte dieses Phänomen selbst durchdringen – systematisch, sachlich und akademisch fundiert. Ich wollte mich nicht mit oberflächlichen Kommentaren zufriedengeben, sondern die Ursachen, Mechanismen und Fernwirkungen transparenter machen. Aus dieser wissenschaftlichen Neugier heraus reifte der Entschluss, das Buch „Machtinstrument Zoll“ zu schreiben.


Der Selbstverlag: Bewusste Entscheidung für ungeschönte Ecken und Kanten

Als das Manuskript stand, stellte sich die Frage nach dem Veröffentlichungsweg. Für mich gab es von Anfang an nur eine Antwort: der Selbstverlag.


Warum? Weil ich nach Jahrzehnten der beruflichen Anpassung keine Kompromisse mehr eingehen wollte. Ich wollte keinen Verlag, der aus reinen Verkaufs- und Marketingerwägungen Kapitel kürzt oder aufknallt. Ich wollte keinen Lektor, der mir in meine Thesen hineinredet oder Ecken und Kanten abschleift, nur um das Buch mainstreamtauglich zu machen. Das ist mein Buch – im Guten wie im Anspruchsvollen.


Zitatgrafik im Merksatz-Stil mit der Kennzeichnung „Zitat" und dem Text: „Vielleicht hat sich hier und da ein kleiner Fehler eingeschlichen, vielleicht ist das Layout nicht perfekt durchgestylt oder eine Grafik wirkt rustikal. Aber es ist zumindest mein Buch – unverfälscht, echt und aus meiner Feder." Cremefarbener Hintergrund mit dünnem Rahmen, goldenen Anführungszeichen und dem Zitat in dunkelblauer kursiver Serifenschrift. Am unteren Rand die Kennzeichnung „Franz Wegener — Vom Diplom-Ökonomen zum Sachbuchautor".

Diese Unabhängigkeit ist befreiend. Das Self-Publishing ermöglicht eine direkte, ungestörte Verbindung zwischen dem Autor und den Lesenden. Es zählt allein der Inhalt.


„Der gesteuerte Mensch“: Ein 40-jähriges Reifeprojekt

Gleich im Anschluss widmete ich mich einem zweiten Werk, das mir noch tiefer auf dem Herzen lag: „Der gesteuerte Mensch“. Die Idee zu diesem Buch trage ich nicht erst seit gestern in mir – sie reifte über eine Zeitspanne von fast 40 Jahren.


Der Ursprung geht zurück auf meine Studienzeit. Ich erinnerte mich lebhaft an meinen damaligen Professor Dr. mult. Dieter Schneider, der das Wort „Markeeeeting“ stets mit spürbarem Despektikel aussprach. Er hielt diesen gesamten Bereich für unwissenschaftlich und lehnte die Idee ab, dass Wirtschaftswissenschaften dazu missbraucht werden sollten, Menschen und Konsumenten gezielt zu steuern und zu manipulieren.


Diese Frage ließ mich nie wieder los: Wie leicht ist der Mensch steuerbar – sei es durch die Ökonomie, die Politik oder psychologische Mechanismen? Über vier Jahrzehnte hinweg sammelte ich Notizen, Beobachtungen, Skizzen und Material zu diesem Phänomen. Als ich all das beim Aufräumen wiederfand, war die Zeit endlich reif, diese Puzzlestücke zusammenzufügen.

Die Arbeit an diesem Werk führte mich schließlich an einen Punkt, den ich mir als junger Student nie hätte träumen lassen: zur fundierten, wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Arbeiten zweier echter Wirtschaftsnobelpreisträger – Daniel Kahneman und Richard Thaler.


Während Kahneman mit seinen Forschungen zur Verhaltensökonomie und menschlichen Fehlurteilen Meilensteine gesetzt hat und Thaler mit dem Konzept des Nudgings (dem sanften „Anstupsen“ zu erwünschtem Verhalten) weltberühmt wurde, sehe ich diese Ansätze keineswegs kritiklos. Das hinter diesen Modellen stehende Menschenbild und die Gefahr, dass aus gut gemeintem „Anstupsen“ unbemerkt eine paternalistische Steuerung wird, verlangt nach einer kritischen Würdigung. Es verlangte mir Mut ab, mich mit den Thesen von Nobelpreisträgern anzulegen – aber genau das ist die Aufgabe eines unabhängigen Publizisten, auch wenn er aus einem kleinen Dorf in Westfalen stammt.

Zwei Buchcover: Der gesteuerte Mensch und MACHT-INSTRUMENT ZOLL vor Weltkarten-Hintergrund in Creme und Dunkelblau.

Mein Fazit: Warten Sie nicht auf die Erlaubnis anderer – fangen Sie an!

Was ich mit meiner Geschichte weitergeben möchte, ist eine einfache Botschaft: Es gibt kein Ablaufdatum für eigene Träume, Ideen oder intellektuelle Projekte.

Lassen Sie sich nicht von der Vorstellung einreden, dass große Vorhaben nur in jungen Jahren oder im Rahmen einer klassischen Karriere umgesetzt werden können. Das Gegenteil ist der Fall. Mit 60, 62 oder noch später bringen Sie etwas mit, das keinem Berufseinsteiger zur Verfügung steht: die Summe eines ganzen Lebens an Wissen, Lebenserfahrung und vor allem die Freiheit, keine faulen Kompromisse mehr machen zu müssen.


Wenn Sie ein Buch, ein Projekt oder eine Idee seit Jahren oder gar Jahrzehnten mit sich herumtragen: Warten Sie nicht auf den „perfekten Moment“. Warten Sie nicht auf die Erlaubnis von Verlagen, Arbeitgebern oder dem gesellschaftlichen Umfeld.

Nehmen Sie den Stift in die Hand, öffnen Sie das leere Dokument – und fangen Sie einfach an.

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