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Franz Wegener
Aktuelle Perspektiven auf Wirtschaft & Politik
Blog – Aktuelle Perspektiven
In meinem Blog nehme ich aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und wirtschaftspolitische Entscheidungen unter die Lupe – und frage konsequent: Stärkt das den mündigen Bürger, oder unterwirft es ihn einer neuen Form der Bevormundung? Die Beiträge vertiefen Themen aus meinen Publikationen und ordnen aktuelle Ereignisse in diesen größeren Zusammenhang ein.


Das berühmte Experiment, das vielleicht gar nicht stimmt
Wie ein paar Wörter Menschen angeblich langsamer gehen ließen – und was das Florida-Experiment über die Verhaltensforschung verrät Ich möchte mit einem Experiment beginnen, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Einige junge Studenten sitzen in einem Labor und sollen aus vorgegebenen Wörtern Sätze bilden. Eigentlich nichts Besonderes. Doch ein Teil der Teilnehmer bekommt dabei immer wieder Begriffe zu sehen, die unauffällig mit Alter verbunden sind: „grau“, „vergesslich“, „F

Franz Wegener
vor 10 Stunden6 Min. Lesezeit


Wer dient hier eigentlich wem?
Der Mensch als Assistent seiner Werkzeuge 1975 prägte George Pake, der damaligen Leiter des Xerox Palo Alto Research Centers (PARC), in einem Interview mit dem US-Magazin Business Week den Begriff des papierlosen Büros ("paperless office"). Pake äußerte damals die Vision, dass Büroangestellte bis zum Jahr 1995 in der Lage sein würden, sämtliche Informationen direkt über einen Bildschirm abzurufen und auf Papier weitgehend verzichten zu können. So ist das mit Visionen: Ich hab

Franz Wegener
vor 2 Tagen7 Min. Lesezeit


Dark Patterns und Sludges: Wenn die Benutzeroberfläche gegen uns arbeitet
Warum Kündigen, Ablehnen und Löschen oft erstaunlich schwer sind – und was das mit Verhaltensökonomie zu tun hat Sie kennen das bestimmt auch: Ein Abonnement über das Internet ist schnell abgeschlossen. Zwei Klicks, vielleicht drei. Die Kündigung dagegen beginnt mit einer Suche. Man klickt auf „Konto“, dann auf „Einstellungen“, anschließend auf „Mitgliedschaft verwalten“. Dort findet sich zunächst ein Hinweis auf alle Vorteile, die man verlieren würde. Danach ein günstigeres

Franz Wegener
vor 6 Tagen5 Min. Lesezeit


Kapitalrente: vernünftige Vorsorge oder staatliches Self-Nudging?
Wenn der Staat für uns vorsorgt – und dabei zugleich entscheidet, wie viel Entscheidung er uns noch zutraut Stellen wir uns einen Arbeitnehmer im Jahr 2028 vor. Er öffnet seine Gehaltsabrechnung und entdeckt einen neuen Posten. Ein halbes Prozent mehr für die Altersvorsorge. Später soll daraus mehr werden. Sein Arbeitgeber zahlt ebenfalls ein. Das Geld verschwindet nicht im großen Topf der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern landet auf seinem persönlichen Kapitalkonto un

Franz Wegener
27. Sept.6 Min. Lesezeit


Vom Reel zum Weltbild: Warum uns Kurzvideos so leicht in ihren Bann ziehen
Ein schnelles Wischen über das Smartphone-Display genügt, und schon startet das nächste Video: eindrucksvolle Bilder, ein klar definierter Feind und eine überraschend einfache Erklärung eines sehr komplexen Themas. Innerhalb von Sekunden wissen wir genau, wer die Schuld trägt und sind empört! Und dann: Schnell weiterleiten und verbreiten. Doch Kurzvideos auf Plattformen wie TikTok oder Instagram liefern so gut wie nie Beweise, lassen keinen Platz für Ungewissheit oder Zweifel

Franz Wegener
19. Sept.4 Min. Lesezeit


Organspende: Kann Schweigen Zustimmung bedeuten?
Jetzt greife ich ein heikles Thema auf: Die Diskussion über die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende bricht in regelmäßigen Abständen erneut aus. Mir ist klar, weshalb das Argument der Befürworter zunächst überzeugend erscheint und von einem humanitären Geist geprägt zu sein scheint: Es mangelt an Spenderorganen, Menschenleben sind in Gefahr, und eine simple Umkehrung der Standardeinstellung – wer zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widerspricht, gilt automatisch als

Franz Wegener
7. Sept.4 Min. Lesezeit


Warum wir Dinge behalten, die wir niemals kaufen würden: Der Besitztumseffekt
Vom rätselhaften Wert alter Tassen, Jacken und anderer Besitztümer In meinem Küchenschrank steht eine Tasse, die ich seit Jahren nicht benutzt habe. Sie ist weder besonders schön noch selten. Der Henkel ist etwas unpraktisch, die Farbe hat ihre besten Zeiten hinter sich, und würde ich sie heute in einem Geschäft sehen, ließe ich sie vermutlich ohne Zögern stehen. Trotzdem bleibt sie. Gelegentlich nehme ich sie beim Aufräumen in die Hand, betrachte sie kritisch und stelle sie

Franz Wegener
30. Aug.3 Min. Lesezeit


Wer scrollt hier eigentlich wen? Der Hypernudge
Über den Unterschied zwischen einem Nudge und einem Hypernudge Nur kurz nachsehen, ob jemand geantwortet hat – so beginnt es meistens. Dann folgen ein politischer Beitrag, ein Video mit steiler These, ein Hund, der erstaunlich menschlich schaut. Bei Gewohnheit Nummer sieben erfolgreicher Menschen fällt auf: Es ist eine halbe Stunde vergangen. Ich hatte nur eine Nachricht lesen wollen. Und war doch freiwillig geblieben. Vom Nudge zum Hypernudge Ein klassischer Nudge verändert

Franz Wegener
23. Aug.2 Min. Lesezeit


Warum fühlen wir uns eigentlich arm, obwohl wir unglaublich viel besitzen?
Eine kleine Inventur des Wohlstandsparadoxes Noch nie gab es in der deutschen Geschichte eine breitere Mittelschicht mit derart viel Auswahl, Komfort und materieller Absicherung wie heute-trotz aller aktueller wirtschaftlichen Schwierigkeiten zurzeit in Deuschland. Trotzdem ist das vorherrschende Lebensgefühl selten Fülle, sondern eher das Gefühl, nicht genug zu haben, nicht mitzuhalten, ständig hinterherzulaufen. Als einfach lebender, genügsamer Mensch wundert mich dieser Wi

Franz Wegener
22. Aug.4 Min. Lesezeit


Die erste Zahl gewinnt- der Ankereffekt
Wie Zahlen unsere politischen Urteile verankern Ein Zollsatz von 15 Prozent gilt als Erfolg, meldet die eine Nachricht. Die Rente steigt um 4,24 Prozent, heißt es kurz darauf. Bei der Migration fällt die Zahl 235.000. Drei Zahlen, präzise und amtlich – und noch bevor der Kaffee kalt wird, steht im Kopf bereits ein Urteil. Die Zahl bleibt dieselbe. Ihre Bedeutung verändert sich. Die erste Zahl gewinnt- der Ankereffekt. Genau hier beginnt die Verhaltensökonomie. Sie fragt nicht

Franz Wegener
16. Aug.2 Min. Lesezeit


Nur Brot und Milch? – warum der Einkaufswagen trotzdem voll wird
Von Einkaufslisten, Sonderangeboten und der stillen Macht der Umgebung Eigentlich wollte ich nur Brot, Milch und ein paar Äpfel kaufen. So stand es jedenfalls auf meinem Einkaufszettel. Eine überschaubare Angelegenheit. Zehn Minuten, dachte ich. Vielleicht fünfzehn, falls an der Kasse wieder jemand meint, seinen Wocheneinkauf mit Kleingeld bezahlen zu müssen. Eine halbe Stunde später stand ich vor meinem Auto und verstaute zwei Einkaufstaschen im Kofferraum. Neben Brot, Milch

Franz Wegener
9. Aug.5 Min. Lesezeit


Wie wir entscheiden – und wie wir gelenkt werden
Der sanfte Schubs Ein Satz hat in den letzten zwanzig Jahren mehr politische Karriere gemacht als fast jeder andere ökonomische Begriff: der "sanfte Schubs". Ein Nudge. Die Idee dahinter klingt zunächst harmlos, fast fürsorglich: Menschen treffen nicht immer die Entscheidung, die sie selbst als richtig ansehen würden – zu viele Optionen, zu wenig Zeit, zu viele kognitive Abkürzungen. Also gestaltet man die Umgebung so um, dass die vermeintlich bessere Entscheidung leichter fä

Franz Wegener
6. Aug.2 Min. Lesezeit


Ein Vorwort zur politischen Meinungsbildung
Ich habe über viele Jahre als Dozent und Stützlehrer in Jugendmaßnahmen gearbeitet. Das bedeutet, ich habe nicht nur mit einzelnen jungen Menschen gesprochen, sondern mit sehr vielen – aus unterschiedlichen Schulformen, unterschiedlichen Elternhäusern, unterschiedlichen politischen Lagern. Genau daraus zieht dieses Vorwort seine Berechtigung: Was ich beschreibe, ist kein Einzelfall, den ich zufällig erlebt habe, sondern ein Muster, das ich über Jahre hinweg bei sehr unterschi

Franz Wegener
4. Aug.3 Min. Lesezeit


Warum ich über das Thema Verhaltensökonomie schreibe
Vor einigen Jahren saß immer wieder ein junger Mensch vor mir, der sich im ganzen Durcheinander von Arbeitsagentur und Jobcenter kaum noch zurechtfand. Hier eine Maßnahme, dort ein Gespräch, dann wieder ein neues Schreiben. Am Ende sollte er sich für eine Ausbildung entscheiden. Oft lagen dabei Formulare auf dem Tisch. Manchmal hießen sie auch „Eingliederungsvereinbarung“, manchmal „Kooperationsplan“. Die Namen wechselten, das Grundprinzip blieb häufig gleich: Eine Möglichkei

Franz Wegener
1. Aug.3 Min. Lesezeit


Was Ordoliberalismus mit Mündigkeit zu tun hat
Wer den Ordoliberalismus nur als deutsche Fußnote zur Wirtschaftsgeschichte kennt – als das theoretische Vorspiel zur sozialen Marktwirtschaft, längst durch modernere Ansätze überholt –, übersieht den Kern der Sache. Für mich ist der Ordoliberalismus vor allem eines: eine Antwort auf die Frage, wie viel man dem Einzelnen zutraut. Und genau diese Frage ist es, die mich in Der gesteuerte Mensch umtreibt, wenn ich den Homo oeconomicus gegen die Verhaltensökonomie verteidige. Die

Franz Wegener
22. Juli3 Min. Lesezeit


Der pflegeleichte Bürger: Warum ich den Homo oeconomicus verteidige
Am 3. August erscheint mein neues Buch, „Der gesteuerte Mensch“. Bevor der erste Leser es in die Hand nimmt, will ich hier schon mal erklären, worum es mir eigentlich geht – und warum ich mich damit bewusst gegen einen Trend stelle, der in den letzten zwanzig Jahren fast unwidersprochen geblieben ist- und auch sogar gegen einige Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften… Der Homo oeconomicus hat einen denkbar schlechten Ruf. In jedem zweiten Wirtschaftsseminar wird er al

Franz Wegener
22. Juli2 Min. Lesezeit
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