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Wer schreibt hier eigentlich?

  • Autorenbild: Franz Wegener
    Franz Wegener
  • 6. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Juli

Mein Name ist Franz Wegener, Jahrgang 1964, und ich bin Diplom-Ökonom. Studiert habe ich an der Ruhr-Universität Bochum – mit Auszeichnung, spezialisiert auf Außenwirtschaftstheorie und -politik, Volkswirtschaftspolitik sowie Organisations- und Methodenlehre. Geprägt hat mich dabei vor allem einer meiner akademischen Lehrer, der Ökonom Hans Besters. Von ihm habe ich eine Überzeugung mitgenommen, die mein Schreiben bis heute trägt: Gute Ökonomie muss wirklichkeitsnah sein, theoretisch fundiert – und verständlich, auch ohne höhere Mathematik.


Die beiden Bücher von Franz Wegener nebeneinander: „Der gesteuerte Mensch" (cremefarbenes Cover) und „Machtinstrument Zoll" (dunkles Cover mit Goldschrift und Globus-Motiv)

Theorie und Praxis


Diese Haltung habe ich nicht nur an der Universität gelernt, sondern in der Praxis erprobt: als stellvertretender Geschäftsführer einer Industrie- und Handelskammer und seit über 15 Jahren als Dozent in Weiterbildungs- und Integrationsprogrammen der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Wer dort mit Menschen arbeitet, deren Chancen am Arbeitsmarkt ganz konkret von wirtschaftspolitischen Entscheidungen abhängen, verliert schnell die Lust an Theorie um der Theorie willen – und gewinnt stattdessen einen Blick für die Frage, die sich durch alles zieht, was ich schreibe: Wie viel Steuerung durch Staat und Institutionen ist eigentlich gerechtfertigt – und wo beginnt die Bevormundung


Dieser Frage gehe ich als Autor und Dozent nach, mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Politikgeschichte sowie aktuelle Wirtschaftspolitik. Zuletzt erschienen ist „Machtinstrument Zoll" (2026), eine Analyse des Zolls als politisches Steuerungsinstrument, sowie „Der gesteuerte Mensch", meine kritische Auseinandersetzung mit der Verhaltensökonomie und ein Plädoyer für den Homo oeconomicus als Freiheitsfigur.


In allem, was ich schreibe, versuche ich, wissenschaftliche Sorgfalt mit Verständlichkeit zu verbinden – komplexe wirtschaftliche und politische Zusammenhänge sollen auch für ein breites, politisch und wirtschaftlich interessiertes Publikum zugänglich sein. Genau darum geht es auch in diesem Blog: aktuelle Entwicklungen aufzugreifen und einzuordnen, statt sie nur zu kommentieren.


Einflüsse und Inspirationen


Wer nach den Wurzeln dieser Haltung fragt, wird schon in meiner Schulzeit fündig. Am Marien-Gymnasium Werl bin ich mit einem Leitbild aufgewachsen, das sich dem Grundgesetz und der Demokratie verpflichtet sieht und auf eine verantwortungsbewusste, weltoffene Perspektive auf die Wirklichkeit zielt – getragen von einem aufgeklärten Humanismus und einer Verantwortung, die Christentum, andere Religionen und Philosophien gleichermaßen einschließt. Dieses Denken in Freiheit und Verantwortung, nicht in Bevormundung, hat mich früh geprägt – lange bevor ich ahnte, dass es einmal der rote Faden meiner Bücher werden würde.


An der Ruhr-Universität Bochum, deren wirtschaftswissenschaftliche Fakultät im Hochschulranking regelmäßig Spitzenplätze belegt, traf ich auf ein Umfeld, das sich intensiv mit Ordnungspolitik und der Sozialen Marktwirtschaft auseinandersetzte. Mein akademischer Lehrer Hans Besters galt als profilierter Vertreter ordnungspolitischen Denkens im Sinne der Freiburger Schule. Im selben Umfeld lehrten oder forschten Ökonomen wie Joachim Starbatty (im Umfeld Alfred Müller-Armacks und der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft), Volker Nienhaus (ein Schüler Besters', mit Arbeiten zur internationalen und islamökonomischen Ordnungspolitik), Paul Klemmer (Struktur-, Regional- und Umweltökonomik) und Dieter Bender (internationale Handelsordnung und Entwicklungspolitik). Diese Bochumer Schule ordnungspolitischen Denkens ist bis heute in meinem Blick auf Wirtschaftspolitik zu spüren.


Darüber hinaus orientiere ich mich immer wieder an einigen der großen Vordenker der liberalen und ordoliberalen Tradition: an Adam Smith, der schon in seiner Theorie der ethischen Gefühle zeigte, dass ein funktionierender Markt auf moralischem Handeln beruht, nicht nur auf der unsichtbaren Hand; an Friedrich List, der dem Staat eine Verantwortung für Bildung und Infrastruktur zusprach, ohne deshalb die Marktwirtschaft infrage zu stellen; an Walter Eucken, der den Staat als Schiedsrichter verstand, der fairen Wettbewerb sichert, ohne selbst ins unternehmerische Geschehen einzugreifen; an Wilhelm Röpke, der für eine „Marktwirtschaft mit Augenmaß" plädierte, eingebettet in eine stabile gesellschaftliche und moralische Ordnung; und an Alfred Müller-Armack, der den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft selbst geprägt hat, als praktische Verbindung von liberalem Wettbewerb und sozialem Ausgleich.


Was diese Denker trotz aller Unterschiede eint, ist die Überzeugung, dass Markt und Staat einander nicht ausschließen, sondern in einer klaren Ordnung zueinander stehen müssen – der Staat als Rahmensetzer und Schiedsrichter, nicht als Erzieher seiner Bürger. Genau diese Denktradition versuche ich in meinen Büchern und in diesem Blog auf die Fragen unserer Zeit anzuwenden.

Symbolische Darstellung von Markt und Staat in klarer Ordnung – der Staat als Rahmensetzer und Schiedsrichter, nicht als Erzieher seiner Bürger


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